Gesundheit aktuell

Hier unser Ratgeber des Monats

Zecken übertragen Borreliose oder FSME

Susanne Münch PTA, Heimversorgung
Susanne Münch
PTA, Heimversorgung

Ihr Apothekentipp für Mai von Susanne Münch

Claudia Jabari, Apothekerin
Claudia Jabari
Apothekerin

Ihr Apothekentipp für Mai von Claudia Jabari

Der gemeine Holz­bock macht sei­nem Na­men alle Ehre. Auf was Sie auf­pas­sen müs­sen, sagen wir Ihnen heute.

Wussten Sie, dass Zecken schon bei 8 Grad Celsius, also auch an mil­den Win­ter­ta­gen, aktiv sind? Sie trei­ben sich auf Grä­sern, Far­nen oder lo­sem Laub he­rum und war­ten auf ei­nen ge­eig­ne­ten Wirt. Kommt die­ser vor­bei – zum Bei­spiel ein Mensch, ein Hund oder ein Reh – er­wacht die Zecke, lässt sich ab­strei­fen und krallt sich an Schu­hen, Ho­sen oder di­rekt an der Haut fest. Dort krab­belt der Holz­bock so­lan­ge um­her, bis er eine gut durch­blu­te­te Stel­le aus­fin­dig macht – bei­spiels­wei­se die Knie­beu­ge. Dann sticht die Zecke zu und saugt Blut. Ei­gent­lich ist ein Zecken­stich nicht wei­ter tra­gisch, be­stün­de da nicht das Ri­si­ko für Borreliose und Früh­som­mer­men­in­go­en­ze­pha­li­tis (FSME).

Borreliose

Laut Robert Koch-Institut tra­gen zehn bis 35 Prozent der Zecken Borrelien in sich. Die Er­re­ger be­fin­den sich im Darm des ge­mei­nen Holz­bocks. Saugt der an seinem Wirt, regt das die Borrelien an. Sie ge­lan­gen in den Spei­chel und kön­nen so über­tra­gen wer­den. In Deutsch­land in­fi­zie­ren sich etwa zwei bis sechs Pro­zent der Men­schen, die von einer Zecke ge­pikst wurden.

FSME

Weit­aus sel­te­ner sind Zecken mit FSME-Viren be­fal­len. In den deut­schen FSME-Ri­si­ko­ge­bie­ten tra­gen zirka 0,1 bis 5 Pro­zent der klei­nen Spin­nen­tie­re das Vi­rus in sich. Ge­gen FSME gibt es eine Imp­fung (oft un­ge­nau als "Zecken­imp­fung" be­zeich­net).

Vorbeugung

Ziehen Sie hohe, ge­schlos­se­ne Schu­he an, wenn Sie ei­nen Spa­zier­gang im Grü­nen un­ter­neh­men. Tra­gen Sie – wenn mög­lich – eine lange Hose. Blei­ben Sie bes­ser auf brei­te­ren We­gen. Nach dem Aus­flug soll­ten Sie sich gründ­lich nach auf­fäl­ligen, dunk­len Pünkt­chen ab­su­chen, die sich auf Haut oder Klei­dung be­fin­den. Haben Sie Kin­der oder wa­ren mit dem Hund un­ter­wegs, suchen Sie die gleich mit ab.

Zecke entfernen

Hat Sie eine Zecke er­wischt, soll­ten Sie das Tier­chen schleu­nigst ent­fer­nen. Denn je län­ger es saugt, des­to hö­her wird das Ri­si­ko für über­trag­bare Krank­heiten – ins­be­son­de­re Borreliose. Wie Sie Zecken am bes­ten be­sei­ti­gen, da­­ber kur­sie­ren zahl­re­iche Ge­rüch­te. Das soll­ten Sie tun: Lang­sam und kon­ti­nu­ier­lich den Holz­bock mit einer fei­nen Pin­zet­te, ei­ner Zecken­zange oder -karte aus der Haut zie­hen. Da­bei die Zecke mög­lichst nicht quetschen und dicht über der Haut packen. An­schlie­ßend die Ein­stich­stel­le des­in­fi­zie­ren. Er­wischen Sie die Zecke nicht voll­stän­dig, brau­chen Sie nicht in Pa­nik zu ge­ra­ten. Be­ob­ach­ten Sie die Stel­le ei­ni­ge Tage. Ent­zün­det sich die Haut­re­gion – wird also rot, schmerzt oder juckt – gehen Sie am besten zum Arzt.

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